Anton-Herrmann-Straße
Das "Storchennest"

Die Aufnahme ist nur schwer datierbar, etwa zwischen 1905 (Baujahr der Hütte) und 1909. Beim Storchenest handelte es sich um eine große, vom Erzgebirgsverein gebaute und unterhaltene Holzhütte, in der dieser einen kleinen Ausschank betrieb. Sie befand sich auf einen Plateau im Wald oberhalb der heutigen “Waldklause”. Die Hütte wurde nicht ständig benutzt. Hochbetrieb herrschte allerdings hier seit 1912, als der Erzgebirgsverein 1x jährlich ein Parkfest veranstaltete, was stets Tausende Besucher anlockte.
Das Bild oben ist ein Foto bzw. eine Ansichtspostkarte, die dementsprechend auch werbewirksam versandt werden konnte. Sowohl die Kuh also auch der Storch samt Nest sind aus Holz.
1945 brannte das Storchennest aus nach wie vor ungeklärten Gründen ab. Neben der Hütte befand sich ab 1927 die obere Stadion der Sommerrodelbahn.

Die Reaktivierung des Namens “Storchenest” setzte 1955 und 1980 zu den jeweiligen Jahrfeiern von Einsiedel ein, als auf dem Plateau verschiedene Veranstaltungen und Bewirtung stattfanden. (Einige behaupten zwar, da war gar nichts aufgebaut, dies ist aber falsch, weil für “nichts” zieht niemand Stromkabel nach oben).
Eine errichtete Tanzdiele wurde nicht nur zum Tanzen genutzt, sondern diente auch als Bühne für das Kinderfest und allerlei anderer Aktivitäten.

Foto links: Zwei Isolatoren an einem Baum oberhalb der “Waldklause”, welche 1955 zur “700-Jahr-Feier” angebracht wurden, um die Stromversorgung für das Storchennest zu sichern, sind am 20. August 2004 noch immer vorhanden, wenn auch schon Jahrzehnte lang ohne Funktion...

Am 20. August 2004 finden wir auf dem Plateau, dem vormaligen Standort des Storchennests, einen “Trimm-dich-Platz”.

 

 

 

Hintergrundwissen “Erzgebirgsverein”:
Der 1878 gegründete Erzgebirgsverein gehört zu den ältesten Wandervereinen in Deutschlands. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erfuhr er – auch schon hinsichtlich der von ihm organisierten Veranstaltungen – reichlich Zuwachs, so dass er bis zum Jahre 1932 auf 25.000 Mitglieder angewachsen war. Ein Schwerpunkt der Arbeit war die Errichtung von Gasthäusern und Aussichtstürmen. Zur effizienteren Organisation und natürlich auch um besser auf regionale Interessen einzugehen, gab es überall Zweigvereine (in Einsiedel ab 1890, im Jahre 1931 hatte dieser Ortsverband 275 Mitglieder, Vorsitzender seiner Zeit Oberlehrer Richard Möbius), wovon einige auch weit entfernt des Erzgebirges lagen (Hannover, Hamburg, Frankfurt am Main...) 1945 wurde der Verein von der sowjetischen Besatzungsmacht verboten. 1955 erfolgte eine Wiedergründung in Göttingen (Niedersachsen), also weit außerhalb des Ursprungslandes. Nach dem Beitritt der DDR zur BRD 1990 erfolgte dann 1991 auch der Zusammenschluss mit dem mittlerweile auch in der alten Heimat wiedergegründeten Verein zum „Erzgebirgsverein e.V.“. Sitz des Vereins ist jetzt Schneeberg.

 

 

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